____ _ _ _ _
| _ \ ___ | |_ (_) _ __ ___ __| | (_) __ _
| |_) | / _ \ | __| | | | '_ \ / _ \ / _| | | | / _ |
| _ < | __/ | |_ | | | |_) | | __/ | (_| | | | | (_| |
|_| \_\ \___| \__| |_| | .__/ \___| \__,_| |_| \__,_|
|_|
- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b
ÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻ
INTCEN
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
top
EU Intelligence Analysis Centre â EU INTCEN (vor März 2012cite-ref-salmi01-5-0[5] Joint Situation Centre, SitCen oder JSC) ist ein Organ des Europäischen Auswärtigen Dienstes der Europäischen Union und hat neben dem Satellitenzentrum der Europäischen Union und der Intelligence Division nachrichtendienstliche Aufgaben.cite-ref-stationery-6-0[6]cite-ref-euce-7-0[7]
Besondere Bedeutung kommt dem Organ bei der Vermittlung und Vernetzung der Nicht-EU-Staaten und der EU mittels des Berner Clubs zu. Dieser spielt eine besondere Rolle, bei dem die Interessen Europas mit dem INTCEN koordiniert werden, um so die Geheimdienste aller europäischen Staaten zu verbinden oder sich lose auszutauschen. Zumindest das INTCEN ist dabei im âDunklenâ entstanden und kann sich auf keine Gesetzesgrundlage stĂźtzen. Im Gegensatz zu anderen Nachrichtendiensten ist das Parlament, hier das Europäische Parlament, nicht eingeschaltet und hat auch kein Einsichtsrecht.
Auch nationale Parlamente haben keine Einsichtrechte, da die BehÜrde als inoffizielles EU-Organ gewertet wird.cite-ref-ehrenhauser-8-0[8]cite-ref-ep01-9-0[9] Mit dem Aufbau des Europäischen Auswärtigen Dienstes durch den Vertrag von Lissabon gilt die BehÜrde als legitimiert. Durch die Fusion des INTCEN mit zwei weiteren Einheiten wird das Organ als Europäischer Geheimdienst aufgewertet, obwohl die Funktion, Analyse von kombinierten Daten aus fremden Quellen, mehr einem Fusion Center ähnelt. In einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage bezeichnet Josep Borrell das INTCEN eindeutig als Fusion Center fßr freiwillig durch die Mitgliedsstaaten gelieferte nachrichtendienstliche Erkenntnisse.cite-ref-eu01-10-0[10]
Contents
⢠Aufgaben
⢠Organisation
⢠Datenquellen
⢠Strukturen
⢠Produkte
⢠Aktivitäten
⢠Kritik
⢠Geschichte
⢠Literatur
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
Aufgaben
Die Aufgaben von INTCEN sind in der EU umstritten, es wird davon ausgegangen, dass INTCEN nicht selbst Informationen ermitteln und erforschen kann und fßr diese Zwecke auf die Mitarbeit der Mitgliedsstaaten angewiesen ist. Nach Angaben der Wirtschaftswoche aus dem Dezember 2010 wird aktive Spionage explizit ausgeschlossen.cite-ref-wiwo02-11-0[11] Dies wurde durch den damaligen Leiter, Ilkka Salmi, in einem Interview im März 2014 erneut bestätigt.cite-ref-clerix-3-2[3]
Eine 2013 vom Ăśsterreichischen EU-Parlamentarier Martin Ehrenhauser gestellte parlamentarische Anfrage wurde von Catherine Ashton, der ersten Vertreterin der EU fĂźr AuĂen- und Sicherheitspolitik und damit der Hausherrin des INTCEN am 27. Juni 2013 im Kern wie folgt beantwortet:cite-ref-paawe-006018-12-12-0[12]
⢠Aufgabe des INTCEN sei die Erstellung von nachrichtendienstlichen Bewertungen unter Heranziehung aller Informationsquellen.
⢠Die Empfänger der Information richteten sich nach Thema und betroffenen Territorien.
⢠Die Produkte seien â je nach Geheimhaltungsstufe der zugrundeliegenden Dokumente â von âLimitedâ bis âEU TOP SECRETâ klassifiziert.
⢠Das EU-INTCEN erhalte Informationen von Abteilungen des EU-Rats, der EU-Kommission und des Europäischen Auswärtigen Dienstes der EU-Delegationen.
⢠Von den Nachrichtendiensten der Mitgliedsländer âwĂźrde die Ăbermittlung von Erkenntnissen erwartetâ.
⢠INTCEN ist in die Single Intelligence Analysis Capacity (SIAC) eingebunden, womit durch INTCEN die zivilen und durch das Nachrichtenwesen des Militärstabs (EUMS INT DIR) die militärischen nachrichtendienstlichen Kapazitäten kooperierten.
In der Ausschreibung fĂźr die Position des Direktors 2015 nach dem Abgang von Ilkka Salmi benennt die Personalverwaltung der EU die folgenden Missionsziele:cite-ref-intcendir2015-13-0[13]
INTCEN ist die zivile nachrichtendienstliche Organisation der EU. Seine Mission ist es nachrichtendienstliche Analysen, FrĂźhwarnungen und Situationsberichte fĂźr den Hohen Repräsentanten und den Europäischen Auswärtigen Dienst zu liefern. INTCEN erfĂźllt seinen Auftrag durch die Ăberwachung und Bewertung internationaler Vorfälle mit dem Fokus auf speziellen Regionen, Terrorismus und der Verbreitung von Massenvernichtungswaffen sowie weiteren globalen Bedrohungen. Den nachrichtendienstlichen Produkten liegen Erkenntnisse der Nachrichtendienste von EU-Mitgliedsstaaten und Ăśffentlich zugänglichen Quellen zugrunde. INTCEN bietet seine Dienstleistungen auch weiteren EntscheidungskĂśrperschaften der EU im Bereich der gemeinsamen AuĂen- und Sicherheitspolitik, der gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik sowie der Terrorismusabwehr der Mitgliedstaaten an.
Organisation
Die Ursprßnge der BehÜrde liegen im Jahr 1999 als mit der Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik der EU unter der damaligen Leitung von Javier Solana eine Informationsstelle zur Analyse von frei verfßgbaren Informationsquellen eingerichtet wurde.cite-ref-focusproject-2-1[2] Zusätzlich wurde nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 eine Antiterrorismusgruppe (Counter Terrorism Group, CTG) eingerichtet.cite-ref-focusproject-2-2[2] In den Anfängen diente das INTCEN hauptsächlich zum Austausch von Geheimdienstinformationen zwischen deutschen, italienischen, niederländischen, spanischen, schwedischen und britischen Diensten.cite-ref-focusproject-2-3[2]
Seit den Madrider Zuganschlägen im März 2004 engagiert sich das INTCEN auch in der EU-inneren Sicherheit und Terrorismusabwehr.cite-ref-nachrichtentube01-14-0[14]
Mit der Grßndung des Europäischen auswärtigen Dienst (eng. European External Action Service) am 1. Dezember 2010 gilt auch das INTCEN als gegrßndet.cite-ref-focusproject-2-4[2]
Mit Wirkung vom März 2012 wurde die Bezeichnung von Joint Situation Center (JSC, SitCen) in EU Intelligence Analysis Centre (INTCEN) geändert.cite-ref-salmi01-5-1[5]
Es gibt zwei Abteilungen:cite-ref-directory140326-15-0[15]
⢠A1 â Auswertung (Analysis)
⢠A2 â Allgemeines und AuĂenbeziehungen (General and External Relations)
2016 wurde die Einrichtung der Hybrid Fusion Cell bekanntgegeben, die mit der Abwehr von âhybriden Bedrohungslagenâ beauftragt ist, obwohl diese nur diffus definiert sind.cite-ref-netzpolitik20160407-16-0[16] Die Definition fĂźr die Europäische Union wird mit âirreguläre Kampfweisenâ von staatlichen und nichtstaatlichen Akteuren bezeichnet, die mit âterroristischen Aktionen und kriminellem Verhaltenâ einhergehen und als Beispiel die Annexion der Krim durch Russland genannt.cite-ref-netzpolitik20160407-16-1[16]
Standort und Personal
INTCEN betreibt ein Lage- und Analysezentrum am Sitz des Rates der Europäischen Union in Brßssel und beim Militärstab der Europäischen Union.
GrĂźndungsdirektor war der ehemalige britische Diplomat William Shapcott, der das INTCEN von 2001 bis 2010 leitete.cite-ref-maiacross-17-0[17] Im Dezember 2010 wurde er von Ilkka Salmi abgelĂśst, dem vormaligen Direktor des finnischen Sicherheitsdienstes (Suojelupoliisi), der sich in einem Ausschreibungsverfahren durchgesetzt hatte.cite-ref-focusproject-2-5[2] Anfang 2016 Ăźbernahm der deutsche Bundesnachrichtendienst-Beamte Gerhard Conrad die Leitung des Zentrums,cite-ref-parliamentmag20151214-18-0[18]cite-ref-spiegel20151211-19-0[19]cite-ref-suedd20160212-20-0[20] die er bis zum 31. August 2019 innehatte. Sein Nachfolger wurde der Portugiese JosĂŠ Casimiro Morgado.cite-ref-hb-4-1[4]
INTCEN besteht aus mehr als 110 Mitarbeitern und befasst sich mit Analyse und Evaluierung von Informationen.cite-ref-orf01-21-0[21]cite-ref-cia01-22-0[22]cite-ref-kurier-23-0[23] Von diesem Personal sind ca. 70 % Mitarbeiter von nachrichtendienstlichen Organisationen der Mitglieder.cite-ref-euobserver01-24-0[24] Der Rest sind Verwaltungsmitarbeiter der EU.cite-ref-euobserver01-24-1[24] In einem Interview im März 2014 sprach der damalige Leiter von INTCEN von 70 Mitarbeitern, von denen 30 durch nationale Geheimdienste fßr die Arbeit im INTCEN abgestellt sind.cite-ref-clerix-3-3[3]
Datenquellen
Die Daten erhält INTCEN aus frei zugänglichen Ăśffentlichen Quellen, wie Presseagenturen und der Presse selbst (Open Source Intelligence). Daneben geben verschiedene Dienste der EU-Mitgliedsstaaten, der Schweiz und Norwegens Informationen an das INTCEN weiter.cite-ref-euobserver01-24-2[24] Der Bundesnachrichtendienst liefert dabei nur die nĂśtigsten Hinweise der untersten Verschwiegenheitsstufe âDienstgebrauchâ.cite-ref-nachrichtentube01-14-1[14] Trotzdem ist nach Ansicht der Regierungsbeamten die BehĂśrde fĂźr die Koordinierung Europäischer Informationen sinnvoll.cite-ref-nachrichtentube01-14-2[14] EU INTCEN und der Militärstab der Europäischen Union (EUMS) sind Teil der Single Intelligence Analysis Capacity (SIAC), in deren Rahmen ziviler (EU INTCEN) und militärischer Nachrichtendienst (EUMS) zusammengefĂźhrt werden.cite-ref-paawe-006018-12-12-1[12] Neben diesen Diensten liefern auch die EU-GrenzkontrollbehĂśrde Frontex in Warschau und Europol in Den Haag Informationen an das INTCEN.cite-ref-euobserver01-24-3[24]
Durch die im Jahre 2009 vermehrt eingerichteten Delegationen der Europäischen Union ist der Geheimdienst mittlerweile unabhängiger und genieĂt durch die Berichterstattungen der EU-Botschaften auch Ăźber eigene Quellen zur Auswertung von Material.cite-ref-paawe-006018-12-12-2[12]cite-ref-wiwo01-25-0[25]
Neben Satellitenbildern aus den Vereinigten Staaten von Amerika stehen dem INTCEN Daten verschiedener EU-Mitgliedsstaaten zur Verfßgung, darunter der deutschen SAR-Lupe, dem italienischen COSMO-Skymed und den franzÜsischen Systemen Helios und PlÊiades.cite-ref-focusproject-2-6[2] Auch Daten des Satellitenzentrums der Europäischen Union stehen dem INTCEN zur Verfßgung.
Strukturen
Das INTCEN gliedert sich in drei Bereiche:cite-ref-euobserver01-24-4[24]
⢠Operationen â 24/7-Krisen-Ăberwachung und Information der Diplomaten der Mitgliedsländer.
⢠Analyse â Fusionieren und Auswerten der gesammelten Daten.
⢠Kommunikation und Konsulatsdienste â Betreiben von COREU
Produkte
Aus der 24-stßndigen Nachrichtenßberwachung produziert das INTCEN eine tägliche Nachrichtenßbersicht und informiert betroffenes Personal im Falle von besonderen Vorkommnissen.cite-ref-focusproject-2-7[2] Nach offiziellen Angaben ist das Volumen mit ca. 200 strategischen Lageberichten und 50 Sonderberichten bzw. Briefings angegeben.cite-ref-paawe-006018-12-12-3[12] Nach Angaben des Statewatch nahestehenden Journalisten Matthias Monroy hatte sich diese Anzahl Anfang 2013 schon verdoppelt.cite-ref-monroy20131001-26-0[26] In einem Interview mit der belgischen Mondiaal Nieuws nennt Ilkka Salmi die Zahl von 500 Berichten pro Jahr.cite-ref-clerix-3-4[3]
INTCEN erstellt regional oder thematisch fokussierte Analysen sowie Auftragsanalysen zu aktuellen Themen, insbesondere werden Informationen und Analysen im Krisenmanagement geliefert.cite-ref-moelling2009-1-1[1] Neben diesen speziellen Analysen werden auch regelmäĂige Berichte erstellt:
⢠INTCEN produziert Berichte, die ßber das Politische und Sicherheitspolitische Komitee der EU verfßgbar gemacht werden.cite-ref-focusproject-2-8[2]
⢠Intelligence Assessments: sechsmonatliche Berichte fßr bestimmte Hotspots.cite-ref-clerix-3-5[3]
⢠Intelligence Report: WÜchentliche Nachrichtenzusammenfassung.cite-ref-clerix-3-6[3]
⢠Morning Highlight: Tägliche Nachrichtenßbersicht.cite-ref-clerix-3-7[3]
⢠INTCEN organisiert den regelmäĂigen Informationsaustausch zwischen dem beteiligten Diensten der verschiedenen Nationen, der Gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik und leitet direkte MaĂnahmen im Rahmen dieser Politik ein.cite-ref-focusproject-2-9[2]
⢠Das INTCEN betreibt das COREU-System (frz. Correspondance EuropĂŠenne ~ europäischer Schriftverkehr), mit dem europäische Staaten ihren nicht-Ăśffentlichen Nachrichtenverkehr betreiben.cite-ref-focusproject-2-10[2] Daneben wird auch das Netzwerk fĂźr die Kommunikation mit EU-Missionen auĂerhalb Europas betrieben.cite-ref-focusproject-2-11[2]
Zusätzlich begleitet Personal INTCEN EU-Offizielle als Sicherheitspersonal auf Reisen.cite-ref-focusproject-2-12[2] FĂźr die Berichte gibt es keine offizielle Regelung, ab wann diese der Ăffentlichkeit zugänglich gemacht werden kĂśnnen.cite-ref-clerix-3-8[3] Salmi begrĂźndet diese mit der nationalen Gesetzgebung der informationsliefernden Mitgliedsstaaten.cite-ref-clerix-3-9[3]
Geheimhaltungsstufen
Auf die direkte Frage, welche Geheimhaltungsstufen durch das INTCEN verwendet werden, nannte Direktor Salmi:cite-ref-clerix-3-10[3]
⢠LIMITED â niedrigste, nicht schutzwĂźrdige Information
⢠EU RESTRICTED
⢠EU CONFIDENTIAL
⢠EU SECRET
⢠EU TOP SECRET â Information aus einer Primärquelle, die laut Salmi bei INTCEN mangels operativer Kräfte nicht vorkommt.cite-ref-clerix-3-11[3]
Aktivitäten
Nach Informationen des EUobservers im April 2011 wurden direkt durch das INTCEN bezahlte Personen auf eine Mission in Libyen geschickt.cite-ref-euobserver01-24-5[24] Offiziell nannte Direktor Salmi die Expertise der Personen mit Satellitentelefonen und ähnlichen Themen als Anlass.cite-ref-clerix-3-12[3]cite-ref-euobserver01-24-6[24] Eine Informationssuche sei nicht das Ziel der Reisen gewesen.cite-ref-euobserver01-24-7[24]
Kritik
Das INTCEN wurde von Mitgliedsstaaten wegen der schlechten Qualität der Berichte kritisiert.cite-ref-focusproject-2-13[2] Auch wird offensichtlich, dass verschiedene Länder mit einer Geschichte von Zusammenarbeit im Geheimdienstbereich Informationen effizienter auf informellem Weg austauschen, als ßber das INTCEN.cite-ref-focusproject-2-14[2]
Bei der GrĂźndung äuĂerte der GrĂźnder von Statewatch, Tony Bunyan, Bedenken, dass die Kommission âunbeschränkte Machtâ (unfettered powers) erlangen wolle, einen Ăberwachungsstaat zu begrĂźnden und die Privatsphäre der BĂźrger unter dem Vorwand diese zu schĂźtzen auszuspähen.cite-ref-jeffreys-jones2013-27-0[27]
Das Europäische Parlament kritisierte wiederholt, keine Kontrolle ßber das SitCen zu haben.cite-ref-wiwo02-11-1[11] Dieser Darstellung wird durch INTCEN-Offizielle widersprochen, da die Parlamentsmitglieder schon Aufsicht ßber den europäischen auswärtigen Dienst hätten.cite-ref-euobserver01-24-8[24] Die Diskussion wurde durch die Enthßllungen des Whistleblowers Edward Snowden erneut angeheizt.cite-ref-clerix-3-13[3] Anfang 2014 hatte der Ausschuss fßr bßrgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres ein Papier an die Kommission gesandt, die praktikable Vorschläge fßr eine wirksame Aufsicht des Parlaments ßber den INTCEN ermÜglichen sollte.cite-ref-clerix-3-14[3]
Geschichte
2002 wurde das Joint Situation Centre (SITCEN) geformtcite-ref-euintcenfactsheet-28-0[28] und am 1. Januar 2003 durch die Strategieplanungs- und FrĂźhwarneinheit (engl. Policy Planning Unit, PU) zur UnterstĂźtzung der PU mit nachrichtendienstlichen und sicherheitspolitischen Analysen eingesetzt.cite-ref-moelling2009-1-2[1] Kurz darauf begannen Analysten von Nachrichtendiensten aus Frankreich, Deutschland, Italien, den Niederlanden, Spanien, Schweden und GroĂbritannien mit der gemeinsamen Analyse von Daten.cite-ref-swjones-29-0[29] Leiter des Dienstes in dieser Zeit war der britische Berufsdiplomat William Shapecott.cite-ref-swjones-29-1[29]
Die Initiative ging nach dem niederländischen Analysten Jelle van Buuren von der Stichting Eurowatch aber nicht von der Kommission aus, sondern von Javier Solana.cite-ref-swjones-29-2[29] Trotzdem liegt kein formales Grßndungsdokument mit einer Mission oder Agenda vor.cite-ref-swjones-29-3[29] Auf Anfragen teilt die Kommission mit, dass SITCEN als Teil des Generalsekretariats und im Rahmen der Autonomie dieser Organisation gegrßndet wurde und keiner weiteren Legitimation bedßrfe.cite-ref-swjones-29-4[29]
2005 wurden die Fähigkeiten des INTCEN durch Teams von Terrorismusabwehrexperten erweitert.cite-ref-euintcenfactsheet-28-1[28] INTCEN belieferte den Rat fortan mit Analysen ßber terroristische Bedrohungslagen.cite-ref-euintcenfactsheet-28-2[28] 2007 wurde die Zusammenarbeit mit dem europäischen Militärstab verstärkt, wodurch sich nach eigenen Angaben eine Single Intelligence Analysis Capacity (SIAC) ergab.cite-ref-euintcenfactsheet-28-3[28]
Mit Inkrafttreten des Vertrags von Lissabon wurde das INTCEN der Kontrolle durch den hohen Repräsentanten unterstellt.cite-ref-euintcenfactsheet-28-4[28]
Am 1. Dezember 2010 wurde das SITCEN der Gemeinsamen AuĂen- und Sicherheitspolitik und damit dem Hohen Vertreter der EU fĂźr AuĂen- und Sicherheitspolitik zugeordnet.cite-ref-focusproject-2-15[2] Damit war der âGeheimdienst der Europäischen Unionâ direkt der Europäischen Kommission unterstellt, denn Lady Ashton war ja die erste Vizepräsidenten der Kommission.cite-ref-jeffreys-jones2013-27-1[27] Auch diese Entscheidung teilt die Mission, Aufgaben und Funktionen des INTCENs nicht mit, sondern Ăźberträgt nur die Funktionen en bloc zur GASP.cite-ref-swjones-29-5[29] 2011 wurde das INTCEN in den Verwaltungsapparat des Europäischen Auswärtige Dienstes integriert.cite-ref-euintcenfactsheet-28-5[28] Nach Ănderungen in der Verwaltungsstruktur des EADs wechselte auch die FĂźhrung auf den vormaligen Leiter des finnischen Geheimdienstes, Ilkka Salmi. 2012 wurde die Bezeichnung des SITCEN in INTCEN geändert.cite-ref-swjones-29-6[29]
Ende 2015 wurde ßberraschend mitgeteilt, dass Salmi als Direktor fßr Sicherheit der Europäischen Kommission innerhalb der EU-Administration eine neue Rolle ßbernahm.cite-ref-verfassschz20160502-30-0[30]cite-ref-wiwdirds-31-0[31] Sein Nachfolger in der Leitung von INTCEN wurde der deutsche BND-Mitarbeiter Gerhard Conrad.cite-ref-telegraph20151211-32-0[32]cite-ref-gebauer2015-33-0[33]cite-ref-times20151212-34-0[34] Die Ernennung wurde als Indikator fßr eine Stärkung des Dienstes und eine Erweiterung der Befugnisse und Aufgaben betrachtet.cite-ref-telegraph20151211-32-1[32] im September 2019 wurde der Portugiese JosÊ Casimiro Morgado sein Nachfolger.
Literatur
⢠Mai'a K. Davis Cross: A European Transgovernmental Intelligence Network and the Role of IntCen. In: Perspectives on European Politics and Society Band 14 Heft 3 vom September 2013, S. 388â402
⢠Christian Kaunert, Sarah Leonard, John Occhipinti (Hrsg.): Justice and Home Affairs Institutions in the European Union. Routledge, Abingdon und New York 2015, ISBN 978-1-138-77955-6
Weblinks
⢠EU INTCEN Factsheet (Memento vom 14. Februar 2016 im Internet Archive) (PDF; 75 kB) offizielle Kurzdarstellung vom Februar 2015 (englisch)
Einzelnachweise
cite-note-moelling2009-11. Christian MĂślling: Militärisches Krisenmanagement innerhalb der Europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik â Strukturen, Akteure und Prozesse fĂźr die Planung und Entscheidung. (PDF) Center for Security Studies der ETH ZĂźrich, abgerufen am 7. Juni 2023.
cite-note-focusproject-22. EU SitCe. (PDF) Cross-border Research Association, abgerufen am 14. Juni 2023 (englisch, CBRA â BMT, Ave d ĚEchallens 74, CH-1004 Lausanne).
cite-note-clerix-33. Kristof Clerix, Ilkka Salmi, the EUâs spymaster, Mondiaal Nieuws vom 14. März 2014; abgerufen am 14. Juli 2015.
cite-note-hb-44. Top-Geheimdienstler Gerhard Conrad geht in den Ruhestand. In: handelsblatt.com. Handelsblatt, abgerufen am 2. September 2019.
cite-note-salmi01-55. â Ilkka Salmi, Director of EU IntCen, Keynote Address. About the Speaker. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂźgbar) am 4. März 2014; abgerufen am 14. Juni 2023 (englisch). Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂźft. Bitte prĂźfe Original- und Archivlink gemäà Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.iiea.com
cite-note-stationery-66. â Joint Situation Centre (JSC) (Memento vom 16. Juni 2012 im Internet Archive) parliament.the-stationery-office.co.uk
cite-note-euce-77. â Maiâa K. Davis Cross: EU Intelligence Sharing & The Joint Situation Centre: A Glass Half-Full (Memento vom 1. Februar 2014 im Internet Archive) euce.org, pdf, abgerufen am 6. September 2012
cite-note-ehrenhauser-88. â Geheimdienst. EU-Geheimdienst ohne demokratische Kontrolle. Archiviert vom Original; abgerufen am 7. Juni 2023.
cite-note-ep01-99. â Martin Ehrenhauser: VP/HR â Intelligence Division (INT). Anfrage zur schriftlichen Beantwortung E-006027/2012 an die Kommission (Vizepräsidentin/Hohe Vertreterin) Artikel 117 der Geschäftsordnung. Europäisches Parlament, 19. Juni 2012, abgerufen am 7. Juni 2023.
cite-note-eu01-1010. â Josep Borrell: Answer given by High Representative/Vice-President Borrell on behalf of the European Commission. In: Webseite des Europäischen Parlaments. Europäisches Parlament, 4. Juni 2021, abgerufen am 13. Februar 2023 (englisch, Antwort auf parlamentarische E-001243/2021(ASW) von Lars Patrick Berg (Mitglied des Europäischen Parlaments)).
cite-note-wiwo02-1111. â Silke Wettach (2010) Finne leitet Vorstufe zum EU-Geheimdienst, Wirtschaftswoche vom 20. Dezember 2010; abgerufen am 4. März 2014.
cite-note-paawe-006018-12-1212. â Antwort von Frau Catherine Ashton â Hohe Vertreterin/Vizepräsidentin im Namen der Kommission. Schriftliche Anfragen : E-006018/12 , E-006020/12. In: www.europarl.europa.eu. 21. August 2012, abgerufen am 14. Juni 2023.
cite-note-intcendir2015-1313. â Stellenausschreibung fĂźr den Director of the EU Intelligence and Situation Centre (INTCEN) (EEAS Vacancy Notice 2015/57HQ (AD) Director) auf der Website des European External Action Service; abgerufen am 7. Juli 2016. Die Ăźbersetzte Passage lautet im Original wie folgt: The INTCEN is the civilian intelligence function of the EU. Its mission is to provide intelligence analyses, early warning and situational awareness to the High Representative and to the EEAS. The INTCEN does this by monitoring and assessing international events, focusing particularly on sensitive geographical areas, terrorism and the proliferation of weapons of mass destruction and other global threats. Its analytical products are based on intelligence provided by EU Member States' intelligence and security services as well as open sources. The INTCEN also offers its services to the various EU decision making bodies in the fields of the Common Foreign and Security Policy (CFSP), the Common Security and Defence Policy (CSDP) and Counter Terrorism, as well as to the Member States.
cite-note-nachrichtentube01-1414. â Europäischer CIA. 16. Januar 2011, abgerufen am 7. Juni 2023 (dpa/dpaweb).
cite-note-directory140326-1515. â The official directory of the European Union, European External Action Service â EN 24/03/2014; abgerufen am 26. März 2014.
cite-note-netzpolitik20160407-1616. â Matthias Monroy: âHybride Bedrohungenâ: EU fordert zivil-militärische AufrĂźstung und MaĂnahmen zur Internetkontrolle. In: www.netzpolitik.org. 7. April 2016, abgerufen am 7. Juni 2023.
cite-note-maiacross-1717. â Mai'a K. Davis Cross: A European Transgovernmental Intelligence Network and the Role of IntCen. In: Perspectives on European Politics and Society Band 14 Heft 3 vom September 2013, S. 388â402, hier S. 392 (englisch)
cite-note-parliamentmag20151214-1818. â Movers and Shakers - 14 December 2015. In: The Parliament Magazine. 14. Dezember 2015, abgerufen am 14. Juni 2023 (englisch). Mitteilung Ăźber die AblĂśsung von Ilkka Salmi durch Gerhard Conrad in [ Movers and Shakers], Kolumne in vom 14. Dezember 2015.
cite-note-spiegel20151211-1919. â Deutscher Top-Spion koordiniert EU-Geheimdienste: Mr. Hisbollah in neuer Mission. In: Spiegel Online vom 11. Dezember 2015, abgerufen am 14. Februar 2016
cite-note-suedd20160212-2020. â Wenn Geheimdienstbosse einfĂźhlsam Ăźber Datenschutz reden. In: SĂźddeutsche Zeitung vom 12. Februar 2016
cite-note-orf01-2121. â âSensibelstes EU-Organâ. ORF, 21. September 2010, abgerufen am 7. Juni 2023.
cite-note-cia01-2222. â Developing an Intelligence Capability- the EU. In: cia.gov. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂźgbar); abgerufen am 7. Juni 2023.
cite-note-kurier-2323. â EU will eigene Spione, Kurier (Memento vom 4. April 2011 im Internet Archive)
cite-note-euobserver01-2424. â Andrew Rettman: EU intelligence bureau sent officers to Libya. In: EU-Observer. 12. April 2011, abgerufen am 7. Juni 2023.
cite-note-wiwo01-2525. â Silke Wettach und Henning Krumrey, Europäischer CIA; Wirtschaftswoche vom 23. September 2010; abgerufen am 4. März 2014.
cite-note-monroy20131001-2626. â Matthias Monroy: EUMS INT und INTCEN: Die Geheimdienste der Europäischen Union. In: Netzpolitik.org. 1. Oktober 2013, abgerufen am 7. Juni 2023.
cite-note-jeffreys-jones2013-2727. â Rhodri Jeffreys-Jones (2013) In Spies We Trust: The Story of Western Intelligence; Oxford University Press; Oxford.
cite-note-euintcenfactsheet-2828. â EUINTCEN factsheet (Memento des Originals vom 21. März 2023 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂźft. Bitte prĂźfe Original- und Archivlink gemäà Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/eeas.europa.eu auf der Website des Europäischen Auswärtigen Dienstes; abgerufen am 13. September 2016.
cite-note-swjones-2929. â Chris Jones (2013) Secrecy reigns at the EUâs Intelligence Analysis Centre; auf der Website von www.Statewatch.org.
cite-note-verfassschz20160502-3030. â ErĂśffnungsrede von Präsident Dr. Hans-Georg MaaĂen beim 13. Symposium des BfV am 2. Mai 2016 in Berlin; Dimension und Szenarien des islamistischen Terrorismus in Deutschland und Europa.
cite-note-wiwdirds-3131. â EU Who is Who, Dir DS Sicherheit, abgerufen am 14. März 2016.
cite-note-telegraph20151211-3232. â Justin Huggler (2015) Germany's 'Mr Hizbollah' to head up EU's joint intelligence operation in The Telegraph vom 11. Dezember 2015.
cite-note-gebauer2015-3333. â Matthias Gebauer: Deutscher Top-Spion koordiniert EU-Geheimdienste: Mr. Hisbollah in neuer Mission. In: www.spiegel.de. 11. Dezember 2015, abgerufen am 7. Juni 2023.
cite-note-times20151212-3434. â German spy who negotiated with Israelâs foes to head EU intel agency in The Times of Israel vom 12. Dezember 2015.